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So wird es lebendig im eigenen Garten: Schlaraffenland für Vögel, Igel und Co.

So wird es lebendig im eigenen Garten:
Schlaraffenland für Vögel, Igel und Co.

Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer: Sie alle sind für die Natur und damit
auch für uns unverzichtbar. Sie tragen noch mehr als Honigbienen ganz wesentlich
zur Bestäubung von Blüten bei. Außerdem sind eine ganze Reihe von Tieren auf
Insekten angewiesen. So ernähren sich beispielsweise viele Vogelarten, aber auch
Igel, Fledermäuse und Eidechsen hauptsächlich von den kleinen Lebewesen. Als
direkte Folge des Insektensterbens finden auch sie nicht mehr ausreichend Nahrung
vor. Nicht zu vergessen ist auch, dass es unter den Insekten viele Nützlinge gibt, die
als Gegenspieler von anderen für das biologische Gleichgewicht wichtig sind. Doch
was kann man als Gartenbesitzer tun, um der Tierwelt zu helfen?

Ganzjähriges Angebot pflanzen

Eine durchdachte Pflanzung von Nektar- und Pollenlieferanten fördert die
Insektenpopulation im eigenen Garten und lockt so auch andere Kleintiere wie Vögel
und Igel an. Auch fruchttragende Gehölze und Sträucher spielen eine entscheidende
Rolle, denn sie bieten vielen Tieren mit ihren Früchten zusätzliche Nahrung, die
besonders während der kalten Jahreszeit lebensnotwendig ist. Hier empfiehlt sich
das Gespräch mit jemand, der sich in der Pflanzenwelt auskennt, am besten mit
einem Landschaftsgärtner. Der Profi weiß, welche Pflanzen wichtige Bienenweiden
sind, welche nahrhafte Früchte tragen und wie sich ein ganzjähriges Angebot an
Nährpflanzen in eine harmonische Gartengestaltung einfügen lässt. Unter den
Wildgehölzen gibt es einige, die sich besonders eignen. So zieht der Eingriffelige
Weißdorn (Crataegus monogyna) im Sommer mit seinen Blüten zahlreiche Insekten
an und ernährt ab September bis weit in den Winter mit seinen kleinen Apfelfrüchten
unzähligen Vogelarten. Auch Stauden sind in einem tierfreundlichen Garten wertvoll.
Viele bieten als wahre Insektenmagnete wichtige Nahrung und Lebensraum – sogar
im Winter, denn viele Insekten überwintern in den Stängeln. Auch die Samen von
Stauden und Gräsern sind eine willkommene Nahrungsquelle. Dies ist übrigens einer
der Gründe, weshalb Landschaftsgärtner empfehlen, Stauden erst nach dem Winter
zurückzuschneiden.

Rückzugsorte bieten

Damit sich Tiere in unseren Gärten wohlfühlen, empfiehlt es sich, geeignete
Rückzugsorte zu schaffen. Vögel freuen sich über dornige Hecken oder dicht
wachsende Sträucher, denn dort sind sie vor Katzen und anderen Fressfeinden
sicher. Auch Kletterpflanzen wie Efeu oder Wilder Wein (Parthenocissus) an
Hauswänden oder der Garage sind beliebte Nist- und Brutplätze – und außerdem
sind sie zu verschiedenen Jahreszeiten wertvolle Nährpflanzen. Gleiches gilt auch für
offen blühende Kletterrosen, wie die weißblühende Kriechrose (Rosa arvensis). Ihr
Nektar und Pollen bietet Futter für Käfer und Wildbienen, ihre Hagebutten ernähren
Vögel und Säugetiere. „Wir empfehlen Gartenbesitzern, auch immergrüne Gehölze
zu pflanzen“, erklärt Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts-
und Sportplatzbau (BGL) e.V., „sie bieten den Vögeln, die früh im Jahr brüten,
wertvolle und zu der Zeit im Garten noch seltene Rückzugsorte. Außerdem verleihen
sie dem winterlichen Garten Struktur und Farbe.“ Wenn ein Garten unterschiedliche
Höhen hat, kann man mit einer Trockenmauer das Schöne mit dem Nützlichen
optimal verbinden. In den unversiegelten Fugen finden eine Reihe von Kleintieren
Lebensraum, so lieben es zum Beispiel Eidechsen, sich auf den warmen Steinen zu
sonnen. Bepflanzt man die Mauer hier und da mit blühenden Polsterstauden,
entsteht nicht nur ein romantisch-natürliches Bild, sondern eben auch ein attraktives
Futterangebot für Insekten. Igel freuen sich über einen Reisig- oder Laubhaufen, wie
er sich im hinteren Gartenbereich leicht realisieren lässt. Dort überwintern sie
während der kalten Jahreszeit und finden im Sommer einen geschützten Ort zum
Nisten. Dass Igel sich unter anderem von Schnecken ernähren, finden vor allem
Gartenbesitzer gut, die ein Kräuterbeet oder einen kleinen Nutzgarten haben und
keine chemische Bekämpfung der Schädlinge ausbringen wollen. Henze: „Wir stellen
fest, dass immer mehr Gartenbesitzer bei der Pflanzenauswahl Beratung brauchen –
viele wollen zur Schaffung und Erhaltung von Lebensräumen ihren individuellen
Beitrag leisten. Vor allem junge Familien wollen so auch ihren Kindern Naturerleben
im eigenen Garten ermöglichen.“

Wasserstelle anlegen

Tiere benötigen natürlich auch Trinkwasser. Es muss jedoch nicht unbedingt eine
spezielle Vogeltränke sein. Auch an einem Quellstein oder kleinen Brunnen, sogar
an einem Teich oder Bach erfrischen sich die tierischen Gartenbewohner gerne. Bei
größeren Wasserstellen sollte bei der Anlage jedoch bedacht werden, dass es auch
flache und ruhige Bereiche sowie Ein- und Ausstiegsstellen gibt. Das kann auf
natürliche Weise in Form von flachen Steinen umgesetzt werden. Auf ihnen können
auch kleine Tiere das Wasser erreichen, ohne hineinzufallen. Eine üppige
Uferbepflanzung bietet den Tieren zudem Schutz, sodass sie ungestört trinken
können.

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